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Grippe - die nicht ausgestorbene "Seuche"

Schon zu Lebzeiten von Hippokrates um 400 vor Christus kannte man vermutlich Influenza. In den kommenden Jahrhunderten erreichte die Grippe traurige Berühmtheit. Seit dem Jahr 1580 wurde die Menschheit von mehr als 30 Influenza- Pandemien heimgesucht, denen weltweit immer wieder viele Menschen zum Opfer fielen. Die schwerste Pandemie, die so genannte „Spanische Grippe“ von 1918/1919, forderte mindestens 20 Millionen Menschenleben. Manche Literaturstellen sprechen sogar von 50 Millionen Todesopfern.

An den folgenden großen Pandemien mit dem „Asia-Virus“, welches von 1957-1968 grassierte, und der „Hongkong-Grippe“ von 1968-1970 starben weltweit jeweils ca. eine Million Menschen - allein in den alten Bundesländern waren es in beiden Fällen 20.000 bis 30.000. Nach dem Auftreten einer Pandemie kommt es häufig zu Epidemien, die durch in ihren Oberflächenstrukturen veränderte Nachkommen (Antigen-Drift) des Pandemie-Virus aus­ge­löst werden. Verwandte "Nachfolge-Viren" der letzten Pandemie-Viren (z. B. seit 1968 "Hongkong" (Influenza-A-Virus Subtyp H3N2) und seit 1977 "USSR" (Influenza-A-Virus Subtyp H1N1) zirkulieren daher heute noch.

Jedes Jahr herrscht Epidemie-Gefahr

Verheerende Grippe-Wellen gehören aber keineswegs der Vergangenheit an. Während der letzten großen Grippe- Epidemie von 1995/96 mit etwa 8,5 Millionen Erkrankungsfällen starben allein in Deutschland ca. 30.000 Menschen an den Folgen der Influenza. Auch im Winter 1997 bemerkte man wieder, wie gefährlich Influenza-Viren sein können. In Hongkong wurden Influenza-Viren vom neuartigen Subtyp H5N1 von Geflügel auf einige Menschen übertragen, 5 Menschen starben. Sämtliche Hühner, die als Ansteckungsquelle in Frage kamen, wurden getötet. So konnte eine größere Verbreitung rechtzeitig eingedämmt werden.

Vor einer Influenza-Infektion und der daraus resultierenden Erkrankung mit möglichen Komplikationen schützt individuell eine rechtzeitige jährliche Impfung. Um eine Ausbreitung generell zu verhindern, müssten mindestens 80% der Bevölkerung jedes Jahr erneut geimpft werden. Im Erkrankungsfalle hilft nur eine frühzeitige Therapie.

Stand: August 2009

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