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Fragen und Antworten rund um die Grippe

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Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Im Prinzip jeder, denn nur mit einer Impfung können Sie sich effektiv vor einer Ansteckung mit Influenza-Viren und den möglichen Folgen schützen. Die Schutzimpfung gegen Influenza wird für alle Menschen (mit Ausnahme der wenigen Personen mit echter Hühnereiweiß-Allergie) für sinnvoll gehalten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, die in Deutschland die offiziellen Impf-Empfehlungen heraus­gibt, empfiehlt eine Grippe-Impfung vor allem für Personen, die selbst ein erhöhtes Infektionsrisiko tragen, für die eine Erkrankung besonders riskant wäre oder die in ihrem näheren Umfeld mit Älteren oder chronisch Kranken leben. Auch Kinder können ab 6 Monaten gegen Influenza geimpft werden, denn gerade Säuglinge und Kleinkinder sind häufig von Komplikationen wie z.B. einer Mittelohrentzündung betroffen.

Können auch Kinder gegen Influenza geimpft werden?

Kinder können ab 6 Monaten gegen Influenza geimpft werden. Speziell Kinder mit chronischen Krankheiten oder Immundefekten sollten jährlich eine Schutzimpfung erhalten. Kinder bis zu 3 Jahren erhalten die halbe Impfdosis der Erwachsenen. Kinder, die zuvor noch nicht geimpft worden sind, sollten nach einem Zeitraum von mindestens 4 Wochen eine zweite Impfdosis erhalten. Beim Impfstoff des Sächsischen Serumwerks in Dresden ist diese zweimalige Gabe für Kinder bis zum vollendeten 9. Lebensjahr zu empfehlen. Später reicht eine normale Impfdosis pro Jahr aus. Die Impfung erfolgt bei Säuglingen und Kleinkindern in den Oberschenkelmuskel, bei Schulkindern und Erwachsenen in den Oberarm.

Wann sollte gegen Grippe geimpft werden?

Idealer Weise sollten Sie sich in Deutschland im Herbst, d.h. zwischen September und November gegen Influenza impfen lassen. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Schutzimpfung sinnvoll. Besonders gefährdete Personen, die in die Tropen/Subtropen reisen, sollten sich mindestens 14 Tage vor Reiseantritt impfen lassen, da die Influenza in diesen Gebieten ganzjährig auftritt. Für die Südhalbkugel gibt es meist einen Impfstoff mit spezieller Zusammensetzung, den Ihr Arzt rechtzeitig anfordern muss.

Wird bei der Grippeschutz-Impfung eine Praxisgebühr erhoben?

Nein, eine Praxisgebühr muss bei der Grippe-Schutzimpfung nicht bezahlt werden, da es sich um eine reine Vorsorgeleistung handelt. Das gilt auch für andere vorbeugende Schutzimpfungen wie beispielsweise gegen Hepatitits A und B. Eine Praxisgebühr darf nur erhoben werden, wenn der Patient diagnostische oder therapeutische Leistungen in Anspruch nimmt.

Für Kinder bis zum 18. Geburtstag muss grundsätzlich keine Praxisgebühr gezahlt werden.

Wie funktioniert die Impfung?

Die gereinigten abgetöteten Virenbestandteile der Grippe-Schutzimpfung setzen im Körper eine Immunantwort in Gang - genau wie eine "echte" Infektion, nur in abgeschwächter Form. Das Abwehrsystem produziert Antikörper, vor allem gegen die Oberflächenstoffe des Influenza-Virus Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Für gewöhnlich werden innerhalb von 7 bis 14 Tagen nach einmaliger Impfung ausreichend schützende Antikörperkonzentrationen im Blut erreicht. Kommt es zu einer Ansteckung mit Influenza-Viren, greifen die aufgrund der Schutzimpfung gebildeten Antikörper eindringende Viren sofort an. Die Viren können sich nicht vermehren, ein Krankheitsausbruch bleibt in der Regel aus.

Wieso muss man sich jedes Jahr aufs Neue impfen lassen?

Influenza-A-Viren und Influenza-B-Viren verändern sich häufig. Ursache dafür ist die genetische Variabilität der Influenza-Viren, die dazu führt, dass immer neue Varianten und Subtypen von Viren entstehen. Diese veränderten Erreger treffen häufig auf eine weitgehend ungeschützte Bevölkerung, was die in verhältnismäßig kurzen Abständen wiederkehrenden Influenza- Epidemien erklärt. Um dies zu verhindern, stellt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) jedes Jahr die zirkulierenden Virusstämme fest und empfiehlt die Zusammensetzung für die Produktion aktueller Influenza-Impfstoffe.

Ich bin schwanger. Kann ich gegen Influenza geimpft werden?

Seit August 2010 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Grippeimpfung allen Schwangeren ab der 13. Schwangerschaftswoche, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens schon ab der Empfängnis.

Können Patienten mit beeinträchtigter Immunabwehr gegen Grippe geimpft werden?

Gerade Patienten mit chronischen Erkrankungen, mit Medikation, die eine Immunabwehr schwächt, Krebspatienten und Transplantierte sollten vor Grippe geschützt sein. Die Wirksamkeit des Impfstoffes kann jedoch aufgrund einer Immunsuppression eingeschränkt sein. Gegebenenfalls ist deshalb ein für die Impfung günstiger Zeitpunkt abzuwarten. Jedoch sollte ein Impfschutz so früh wie möglich vorliegen. Im individuellen Fall ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Transplantationszentrum angezeigt.

Welche Nebenwirkungen können nach einer Influenza-Impfung auftreten?

Nach einer Influenza-Impfung kann es innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu einer Schwellung und Rötung der Einstichstelle, Kopfschmerzen, einer Erhöhung der Temperatur oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen. Diese Symptome sind in der Regel nur von kurzer Dauer. Sehr selten wurden allergische Reaktionen beobachtet. Ihr Arzt wird Sie über seltene Nebenwirkungen ausführlich aufklären.

Kann man trotz Impfung an Influenza erkranken?

In seltenen Fällen kann es auch bei Geimpften zu Influenza-Erkrankungen kommen. Im Allgemeinen verlaufen diese aber leichter. Die Influenza-Impfung schützt nicht gegen die Vielzahl von anderen Erregern, die fieberhafte, grippeähnliche Erkrankungen hervorrufen.

Kann eine Grippe-Schutzimpfung Influenza auslösen?

Nein. Zur Herstellung des Grippeimpfstoffes werden nur Bruchstücke des echten inaktivierten Virus verwendet. Im Impfstoff sind also keine lebenden Erreger die eine Grippe hervorrufen können. Der Körper trainiert, wie er sich gegen die aggressiven, vermehrungsfähigen Erreger schützen kann. Er bildet Antikörper gegen die verabreichten Bruchstücke des Influenza-Virus und ist so gegen die echten Viren gewappnet. Ein – nach der Impfung – möglicherweise gering auftretender Anstieg der Körpertemperatur, z. T. kombiniert mit leichtem Unwohlsein und Gliederschmerzen ist Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit den Impfstoffbestandteilen, die auch nach anderen Impfungen vereinzelt beachtet werden kann. Diese Symptome sind in der Regel nach 1 bis 3 Tagen vorbei. In Einzelfällen schmerzt die Einstichstelle für kurze Zeit. Im Allgemeinen ist die Grippe-Impfung jedoch gut verträglich. Auch eine Ansteckung anderer Personen ist ausgeschlossen.

Ich habe in der Saison 2009/2010 eine Impfung gegen die „Schweinegrippe“ bekommen oder war bereits an der „Schweinegrippe“ erkrankt. Ist hier eine Impfung gegen die saisonale Influenza dennoch sinnvoll und ratsam?

Ja, denn wer sich gegen die Influenza A (H1N1) 2009 („Schweinegrippe“) in der Saison 2009/2010 impfen ließ oder an der „Schweinegrippe“ erkrankte, kann nicht sicher davon ausgehen, dass auch noch in der bevorstehenden Grippesaison 2011/2012 Schutz gegen diesen spezifischen Virustyp besteht. Zudem werden in der kommenden Saison voraussichtlich auch andere Influenza-Virustypen wie Influenza A (H3N2) und Influenza B-Viren zirkulieren, vor denen der „Schweinegrippeimpfstoff“ nicht schützt. Alle Personen, für die eine saisonale Grippeimpfung empfohlen wird, und diejenigen, die sich vor der saisonalen Influenza schützen wollen, sollten sich deshalb mit dem aktuellen Impfstoff für die Saison 2011/2012 impfen lassen.

Warum empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) nun auch Schwangeren, sich gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen?

Aktualisierte Daten zur saisonalen Influenza sowie die Erfahrung mit der Influenza A (H1N1)-Pandemie („Schweinegrippe“) zeigen, dass Schwangere bei einer Influenzainfektion ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Deshalb empfiehlt die STIKO seit Juli 2010 die saisonale Influenzaimpfung für Frauen, die während der Influenzasaison schwanger sind. Das erhöhte Komplikationsrisiko von Schwangeren hat damit zu tun, dass es während der Schwangerschaft zu verschiedenen physiologischen und immunologischen Veränderungen im Körper kommt. Dadurch können schwangere Frauen empfänglicher für virale Erreger wie das Influenzavirus werden. Die Impfung von Schwangeren schützt später zudem Neugeborene vor einer möglichen Infektion durch die Mutter. Dies ist insofern von Bedeutung, weil Influenzaimpfstoffe für Kinder unter 6 Monaten nicht zugelassen sind und eine Impfung von Säuglingen in diesem Alter somit nicht möglich ist. Hinzu kommt, dass über die Plazenta Antikörper von der Mutter an das ungeborene Kind weitergegeben werden. Von der Impfung der zukünftigen Mütter profitieren auf diese Weise später auch die Neugeborenen, da die Impfung auch ihnen in den ersten Monaten nach der Geburt einen gewissen Schutz vor der Influenza verleiht.

Bin ich nach einer Grippe-Infektion immun gegen Influenza?

Ja – jedoch nur gegen – eine Infektion mit dem gleichen Stamm bzw. dessen Varianten. Aber Influenza-Viren besitzen die Fähigkeit, sich ständig zu verändern. Dadurch schafft sich das Virus immer neue Möglichkeiten, den Schutzwall des Immunsystems zu unterlaufen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein weltweites Beobachtungssystem eingerichtet und verfolgt die Entwicklung der Influenza-Viren, speziell ihrer Subtypen und Varianten in allen Ländern der Erde. Die Grippe-Impfstoffe werden mit Hilfe dieser Daten jedes Jahr den aktuell zirkulierenden Viren auf der Nord- und Südhalbkugel angepasst. Eine Grippe-Impfung mit dem für das Jahr aktuellen Impfstoff ist deshalb unbedingt jedes Jahr, am besten im Herbst, empfehlenswert.

Wie lange ist eine an Grippe erkrankte Person ansteckend?

Nach der Ansteckung mit Influenza-Viren über Speicheltröpfchen folgt die so genannte „Inkubationszeit“. Während dieser ein bis zwei Tage vermehren sich die Viren unbemerkt in den Zellen der oberen Atemwege. Irgendwann ist die Viruszahl so groß, dass der Patient plötzlich die typischen Grippe-Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen, trockenen Husten und vor allem Abgeschlagenheit bemerkt. Ansteckungsgefahr besteht in der Zeit kurz vor dem Ausbruch der Symptome bis etwa eine Woche nach ihrem Beginn.

Woran erkenne ich, dass ich eine echte Virus-Grippe habe?

Meist beginnt die Influenza aus heiterem Himmel. Aus völligem Wohlbefinden heraus können beispielsweise Fieber bis über 40°C, Gelenk- und Muskelschmerzen, heftige Kopfschmerzen, Schüttelfrost, ein allgemeines Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit auftreten. Auch ein trockener unproduktiver Husten spricht für eine Grippe. Nicht jeder Grippe-Infizierte entwickelt jedoch alle Anzeichen, daher können bereits auch einzelne dieser Symptome auf eine Influenza hindeuten. Testen Sie hier Ihre Krankheitsanzeichen im Grippe-Check.

Wie erkenne ich eine echte Virus-Grippe bei meinem Kind?

Bei Kindern kann die Grippe völlig untypisch verlaufen, d.h. sie entwickeln nicht immer hohes Fieber oder trockenen Husten. Auch Übelkeit und/oder Erbrechen können bei Kindern auf eine Grippe hinweisen. Denken Sie daher während der Influenza-Saison bei körperlichen und psychischen Auffälligkeiten Ihres Kindes auch an eine Grippe-Erkrankung und suchen Sie umgehend Ihren Kinder- und Jugendarzt auf.

Was kann ich tun, wenn ich mich doch angesteckt habe?

Beim Auftreten der ersten Grippe-Anzeichen sollten Sie am besten sofort Ihren Arzt aufsuchen. Leiden Sie nicht unnötig, denn je eher Sie sich in Behandlung begeben, desto schneller sind Sie wieder gesund. Moderne Grippe-Medikamente, so genannte Neuraminidase-Hemmer, sind sehr gut verträglich und stoppen die Viren-Vermehrung. Werden sie innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen z. B. inhaliert, können sie das Krankheitsgefühl deutlich lindern, die Krankheitsdauer verkürzen und das Auftreten von Komplikationen senken.

Stand: August 2011

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