Fragen und Antworten rund um die Grippe
Vorsorge / Impfschutz
- Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?
- Können auch Kinder gegen Influenza geimpft werden?
- Wann sollte gegen Grippe geimpft werden?
- Wird bei der Grippe-Impfung eine Praxisgebühr erhoben?
- Wie funktioniert die Impfung?
- Wieso muss man sich jedes Jahr aufs Neue impfen lassen?
- Ich bin schwanger. Kann ich gegen Influenza geimpft werden?
- Können Patienten mit beeinträchtigter Immunabwehr gegen Grippe geimpft werden?
- Welche Nebenwirkungen können nach einer Influenza-Impfung auftreten?
- Kann man trotz Impfung an Influenza erkranken?
- Kann eine Grippe-Schutzimpfung Influenza auslösen?
Ansteckung / Übertragung
- Bin ich nach einer Grippe-Infektion immun gegen Influenza?
- Wie lange ist eine an Grippe erkrankte Person ansteckend?
Krankheitsbild
- Woran erkenne ich, dass ich eine echte Virus-Grippe habe?
- Wie erkenne ich eine echte Virus-Grippe bei meinem Kind?
Therapie
Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?
Im Prinzip jeder, denn nur mit einer Impfung können Sie sich effektiv vor einer Ansteckung mit Influenza-Viren und den möglichen Folgen schützen. Die Schutzimpfung gegen Influenza wird für alle Menschen (mit Ausnahme der wenigen Personen mit echter Hühnereiweiß-Allergie) für sinnvoll gehalten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, die in Deutschland die offiziellen Impf-Empfehlungen herausgibt, empfiehlt eine Grippe-Impfung vor allem für Personen, die selbst ein erhöhtes Infektionsrisiko tragen, für die eine Erkrankung besonders riskant wäre oder die in ihrem näheren Umfeld mit Älteren oder chronisch Kranken leben. Auch Kinder können ab 6 Monaten gegen Influenza geimpft werden, denn gerade Babys und Kleinkinder sind häufig von Komplikationen wie z.B. einer Mittelohrentzündung betroffen.
Können auch Kinder gegen Influenza geimpft werden?
Kinder können ab 6 Monaten gegen Influenza geimpft werden. Speziell Kinder mit chronischen Krankheiten oder Immundefekten sollten jährlich eine Schutzimpfung erhalten. Kinder bis zu 3 Jahren erhalten die halbe Impfdosis der Erwachsenen. Kinder, die zuvor noch nicht geimpft worden sind, sollten nach einem Zeitraum von mindestens 4 Wochen eine zweite Impfdosis erhalten. Nach Studien des Sächsischen Serumwerks in Dresden ist diese zweimalige Gabe für Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr zu empfehlen. Später reicht eine normale Impfdosis pro Jahr aus. Die Impfung erfolgt bei Säuglingen und Kleinkindern in den Oberschenkelmuskel, bei Schulkindern und Erwachsenen in den Oberarm.
Wann sollte gegen Grippe geimpft werden?
Idealer Weise sollten Sie sich in Deutschland im Herbst, d.h. zwischen September und November gegen Influenza impfen lassen. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Schutzimpfung sinnvoll. Besonders gefährdete Personen, die in die Tropen/Subtropen reisen, sollten sich mindestens 14 Tage vor Reiseantritt impfen lassen, da die Influenza in diesen Gebieten ganzjährig auftritt. Für die Südhalbkugel gibt es meist einen Impfstoff mit spezieller Zusammensetzung, den Ihr Arzt rechtzeitig anfordern muss.
Wird bei der Grippe-Impfung eine Praxisgebühr erhoben?
Nein, eine Praxisgebühr muss bei der Grippe-Schutzimpfung nicht bezahlt werden, da es sich um eine reine Vorsorgeleistung handelt. Das gilt auch für andere Schutzimpfungen wie beispielsweise gegen Hepatitits A und B. Eine Praxisgebühr darf nur erhoben werden, wenn der Patient diagnostische oder therapeutische Leistungen in Anspruch nimmt.
Für Kinder muss grundsätzlich keine Praxisgebühr gezahlt werden.
Wie funktioniert die Impfung?
Die gereinigten abgetöteten Virenbestandteile der Grippe-Schutzimpfung setzen im Körper eine Immunantwort in Gang - genau wie eine "echte" Infektion, nur in abgeschwächter Form. Das Abwehrsystem produziert Antikörper, vor allem gegen die Oberflächenstoffe des Influenza-Virus
Wieso muss man sich jedes Jahr aufs Neue impfen lassen?
Influenza-A-Viren und Influenza-B-Viren verändern sich häufig. Ursache dafür ist die genetische Variabilität der Influenza-Viren, die dazu führt, dass immer neue Varianten und Subtypen von Viren entstehen. Diese veränderten Erreger treffen häufig auf eine weitgehend ungeschützte Bevölkerung, was die in verhältnismäßig kurzen Abständen wiederkehrenden Influenza- Epidemien erklärt. Um dies zu verhindern, stellt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) jedes Jahr die zirkulierenden Virusvarianten fest und empfiehlt die Zusammensetzung für die Produktion aktueller Influenza-Impfstoffe.
Ich bin schwanger. Kann ich gegen Influenza geimpft werden?
Vor einer Impfung in der Schwangerschaft sollte eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Lassen Sie sich diesbezüglich bitte von Ihrem Arzt beraten.
Können Patienten mit beeinträchtigter Immunabwehr gegen Grippe geimpft werden?
Gerade Patienten mit chronischen Erkrankungen, mit Medikation, die eine Immunabwehr schwächt, Krebspatienten und Transplantierte sollten vor Grippe geschützt sein. Die Wirksamkeit des Impfstoffes kann jedoch aufgrund einer Immunsuppression eingeschränkt sein. Gegebenenfalls ist deshalb ein für die Impfung günstiger Zeitpunkt abzuwarten. Jedoch sollte ein Impfschutz so früh wie möglich vorliegen. Im individuellen Fall ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Transplantationszentrum angezeigt.
Welche Nebenwirkungen können nach einer Influenza-Impfung auftreten?
Nach einer Influenza-Impfung kann es innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu einer Schwellung und Rötung der Einstichstelle, Kopfschmerzen, einer Erhöhung der Temperatur oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen. Diese Symptome sind in der Regel nur von kurzer Dauer. Sehr selten wurden allergische Reaktionen beobachtet. Ihr Arzt wird Sie über seltene Nebenwirkungen ausführlich aufklären.
Kann man trotz Impfung an Influenza erkranken?
In seltenen Fällen kann es auch bei Geimpften zu Influenza-Erkrankungen kommen. Im Allgemeinen verlaufen diese aber milder. Die Influenza-Impfung schützt nicht gegen die Vielzahl von anderen Erregern, die fieberhafte, grippeähnliche Erkrankungen hervorrufen.
Kann eine Grippe-Schutzimpfung Influenza auslösen?
Nein. Zur Herstellung des Grippeimpfstoffes werden nur Bruchstücke des echten abgetöteten Virus verwendet. Im Impfstoff sind also keine lebenden Erreger die eine Grippe hervorrufen können. Der Körper trainiert, wie er sich gegen die aggressiven, lebenden Erreger schützen kann. Er bildet Antikörper gegen die verabreichten Bruchstücke des Influenza-Virus und ist so gegen die echten Viren gewappnet. Ein – nach der Impfung – möglicherweise gering auftretender Anstieg der Körpertemperatur, z. T. kombiniert mit leichtem Unwohlsein und Gliederschmerzen ist Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit den Impfstoffbestandteilen, die auch nach anderen Impfungen vereinzelt beachtet werden kann. Diese Symptome sind in der Regel nach 1 bis 3 Tagen vorbei. In Einzelfällen schmerzt die Einstichstelle für kurze Zeit. Im Allgemeinen ist die Grippe-Impfung jedoch sehr gut verträglich. Auch eine Ansteckung anderer Personen ist ausgeschlossen.
Bin ich nach einer Grippe-Infektion immun gegen Influenza?
Ja – jedoch nur gegen – eine Infektion mit dem gleichen Subtyp bzw. dessen Varianten. Aber Influenza-Viren besitzen die Fähigkeit, sich ständig zu verändern. Dadurch schafft sich das Virus immer neue Möglichkeiten, den Schutzwall des Immunsystems zu unterlaufen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein weltweites Beobachtungssystem eingerichtet und verfolgt die Entwicklung der Influenza-Viren, speziell ihrer Subtypen und Varianten in allen Ländern der Erde. Die Grippe-Impfstoffe werden mit Hilfe dieser Daten jedes Jahr den aktuell zirkulierenden Viren auf der Nord- und Südhalbkugel angepasst. Eine Grippe-Impfung mit dem für das Jahr aktuellen Impfstoff ist deshalb unbedingt jedes Jahr, am besten im Herbst, empfehlenswert.
Wie lange ist eine an Grippe erkrankte Person ansteckend?
Nach der Ansteckung mit Influenza-Viren über Speicheltröpfchen folgt die so genannte „Inkubationszeit“. Während dieser ein bis zwei Tage vermehren sich die Viren unbemerkt in den Zellen der oberen Atemwege. Irgendwann ist die Viruszahl so groß, dass der Patient plötzlich die typischen Grippe-Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen, trockenen Husten und vor allem Abgeschlagenheit bemerkt. Ansteckungsgefahr besteht in der Zeit kurz vor dem Ausbruch der Symptome bis etwa eine Woche nach ihrem Beginn.
Woran erkenne ich, dass ich eine echte Virus-Grippe habe?
Meist beginnt die Influenza aus heiterem Himmel. Aus völligem Wohlbefinden heraus können beispielsweise Fieber bis über 40°C, Gelenk- und Muskelschmerzen, heftige Kopfschmerzen, Schüttelfrost, ein allgemeines Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit auftreten. Auch ein trockener unproduktiver Husten spricht für eine Grippe. Nicht jeder Grippe-Infizierte entwickelt jedoch alle Anzeichen, daher können bereits auch einzelne dieser Symptome auf eine Influenza hindeuten. Testen Sie hier Ihre Krankheitsanzeichen im Grippe-Check.
Wie erkenne ich eine echte Virus-Grippe bei meinem Kind?
Bei Kindern kann die Grippe völlig untypisch verlaufen, d.h. sie entwickeln nicht immer hohes Fieber oder trockenen Husten. Auch Übelkeit und/oder Erbrechen können bei Kindern auf eine Grippe hinweisen. Denken Sie daher während der Influenza-Saison bei körperlichen und psychischen Auffälligkeiten Ihres Kindes auch an eine Grippe-Erkrankung und suchen Sie umgehend Ihren Kinder- und Jugendarzt auf.
Was kann ich tun, wenn ich mich doch angesteckt habe?
Beim Auftreten der ersten Grippe-Anzeichen sollten Sie am besten sofort Ihren Arzt aufsuchen. Leiden Sie nicht unnötig, denn je eher Sie sich in Behandlung begeben, desto schneller sind Sie wieder gesund. Moderne Grippe-Medikamente, so genannte Neuraminidase-Hemmer, sind sehr gut verträglich und stoppen die Viren-Vermehrung. Werden sie innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen z. B. inhaliert, können sie das Krankheitsgefühl deutlich lindern, die Krankheitsdauer verkürzen und das Auftreten von Komplikationen senken.
