Grippe-Ticker
26.01.2012
Anzeichen für bevorstehende Grippewelle in der Schweiz
In der Schweiz steigt die Zahl der Grippefälle an. Nach Angaben des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) lag die Zahl der Grippeverdachtsfälle in der Woche zwischen dem 9. und 15. Januar bei 40 pro 100.000 Einwohner, das ist ein Anstieg um rund ein Drittel im Vergleich zur Vorwoche. Werden mehr als 67 Verdachtsfälle pro 100.000 Einwohner registriert, spricht man von einer Grippeepidemie. Dieser Schwellenwert wurde bislang zwar noch nicht überschritten. Der derzeitige Anstieg bei den Verdachtsfällen und der bereits in anderen Ländern überschrittene Epidemie-Schwellenwert sind jedoch Anzeichen für eine bevorstehende Grippewelle in der Schweiz.
Daniel Koch, Grippe-Experte des BAG, zweifelt nicht daran, dass es auch in diesem Winter wieder eine Grippe-Epidemie geben wird. Es lasse sich derzeit allerdings noch nicht sagen, wie stark die Grippewelle in diesem Jahr ausfallen wird. Laut BAG lässt sich dies erst abschätzen, wenn der Epidemie-Schwellenwert überschritten ist.
Koch wies darauf hin, dass auch bei einer Impfrate gegen Grippe von 17 bis 18 Prozent die erwartete Grippe-Epidemie nicht gedämpft werde. Wer gegen Grippe geimpft ist, verfügt allerdings über einen guten Grippeschutz, da der diesjährige Impfstoff die bisher nachgewiesenen Erreger gut abdeckt. Dem BAG zufolge zirkulieren vorwiegend Influenza A-Viren vom Subtyp H3N2. Das neue H1N1-Grippevirus, das im Jahr 2009 die Schweinegrippe-Pandemie verursacht hatte, ist bisher in Europa eher selten festgestellt worden.
In der Grippesaison 2010/2011 hatte die Grippewelle in der Schweiz rund 13 Wochen angedauert und war erst im März 2011 abgeklungen. Auf ihrem Höhepunkt betrug die Zahl der grippebedingten Arztbesuche 300 pro 100.000 Einwohner.
Quelle: SF Schweizer Fernsehen