Grippe-Ticker
23.07.2009
Mehr als 17.000 Fälle von Neuer Grippe A (H1N1) in Europa
In Europa sind bislang mehr als 17.000 Fälle von Neuer Grippe registriert worden. Zu dem Gebiet zählen die Länder der Europäischen Union und die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA), der Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz angehören. Stündlich würden neue Fälle hinzukommen, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou. 33 Menschen seien europaweit an der Krankheit gestorben, 29 in Großbritannien und 4 in Spanien. Weltweit stieg die Zahl der Todesfälle durch die neue Grippe auf mehr als 800 an. In Europa am stärksten betroffen sind Großbritannien mit 10.672, Deutschland mit 1.555 und Spanien mit 1.309 Infektionen.
Nach Angaben der Gesundheitskommissarin ist die Sterberate bei der Neuen Grippe vergleichbar mit der anderer Influenzainfektionen. Sie befürchte aber, dass im Verlauf des Sommers die Zahl der Todesfälle deutlich steigen werde, so Vassiliou. Die Grippe könne sich in der Urlaubszeit noch schneller ausbreiten, weil die Menschen mehr unterwegs seien. Mit Blick auf den Herbst und Winter warnte sie, das neue Grippevirus A (H1N1) könne sich mit dem Erreger der saisonalen Influenza verbinden und gefährlicher werden. Um dieser Gefahr zu begegnen, forderte Vassiliou eine europaweite Impfstrategie.
Angesichts der rasanten Ausbreitung der Neuen Grippe erwartet das Robert Koch-Institut (RKI) auch in Deutschland schwerere Krankheitsverläufe. „Man muss feststellen, dass die Pandemie auch in Deutschland angekommen ist, und in anderen europäischen Ländern steigen die Zahlen noch rasanter“, so RKI-Vizepräsident Reinhard Burger. „Mit der zunehmenden Zahl der Fälle ist letztendlich auch zu befürchten, dass schwere Fälle auftreten, so wie es in anderen Ländern der Fall ist.“ Der Experte betonte die stärkere Gefährdung von Personen, deren Immunsystem durch chronische oder andere Erkrankungen geschwächt ist, sowie von Schwangeren durch den neuen Erreger. Um mögliche Belastungen des Immunsystems durch Infektionen zu vermeiden, rät er Urlaubsreisenden beispielsweise zu Impfungen gegen Hepatitis und Masern. Große Hoffnungen setzt Burger in den voraussichtlich im Herbst verfügbaren Impfstoff gegen die Neue Grippe. Dieser sei „derzeit der beste absehbare Schutz, der erreicht werden kann.“
Quelle: dpa, AP
