Gesundheits-Tipps
20.02.2009
Fenchel Arzneipflanze des Jahres 2009
Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg hat den Fenchel zur Arzneipflanze des Jahres 2009 gewählt. Nach Angaben der Wissenschaftler wird der Fenchel gegen Darmbeschwerden und Halsschmerzen eingesetzt. Säuglinge beispielsweise würden während der Nahrungsumstellung häufig Fencheltee erhalten, weil er Blähungen lindert. Deshalb sei die Pflanze häufig das erste Arzneimittel, mit dem der Mensch in seinem Leben in Kontakt komme. „Fenchel gehört sicher zu den bekanntesten Heilpflanzen“, so die Wissenschaftler.
In den Fenchelfrüchte sind die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe enthalten. Dies sind im Wesentlichen das ätherische Öl Anethol und der Bitterstoff Fenchon. Beide wirken gegen Darmträgheit und sind in höherer Konzentration krampflösend. Auch Schleim in den Bronchien kann durch die Stoffe gelöst werden, weshalb Fenchel auch bei Husten hilfreich sein kann. In der Kinderheilkunde spiele Fenchel wegen seiner milden Wirkung eine überragende Rolle, betonen die Wissenschaftler. Allerdings sollte Fencheltee nicht zu häufig getrunken werden, warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung. Der Tee enthalte auch die Substanzen Estragol und Methyleugenol, die unter Umständen eine krebsauslösende und erbgutschädigende Wirkung haben könnten. Die Heilpflanze sollte bei Beschwerden gezielt eingesetzt werde. „Wir raten aber zur Vorsicht, wenn es zum Dauerkonsum kommt“, erklärte eine Institutssprecherin.
Bereits in den ältesten Hochkulturen, wie dem alten Ägypten oder auch China, sei der Fenchel als Gemüse und Heilpflanze verwendet worden, erläuterten die Medizinhistoriker. In Deutschland hätten Mönche im Jahr 840 die Heilwirkung der Pflanze beschrieben. Damals wurde er mit Wein und Ziegenmilch getrunken, um Blähungen des Magens zu lösen, die träge Verdauung zu verbessern und den Husten zu lindern.
Quelle: dpa
