Gesundheits-Tipps
15.10.2003
Auch kleine Mengen Alkohol sind schädlich
Immer wieder ist zu hören, dass geringe Mengen Alkohol der Gesundheit nicht abträglich, im Falle von Rotwein sogar gesundheitsfördernd sein sollen. Mit dieser Frage beschäftigten sich nun Wissenschaftler der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Erlangen. Sie kommen zu folgendem Ergebnis: regelmäßiger Alkoholkonsum auch von kleinen Mengen ist schädlich. Das Glas Wein oder Bier jeden Abend könne zu Gedächtnisstörungen und einer Beeinträchtigung der Gehirnleistung führen. Je regelmäßiger Alkohol getrunken werde und je größer die Menge sei, desto höher sei das Risiko für Gehirnschäden. Die Art des alkoholischen Getränks, ob nun Bier, Wein oder hochprozentige Spirituosen, spiele keine Rolle.
Auslöser für die schädigende Wirkung des Alkohols ist der Stoff Homocystein. Er wird im Organismus beim Konsum von Alkohol gebildet und schädigt die Gehirnzellen. Die Schädigung setzt allerdings erst ein, wenn der Alkoholspiegel wieder sinkt. Bei alkoholabhängigen Menschen führt dies zu einem immer wiederkehrenden Angriff von Homocystein auf die Nervenzellen. Die schwersten Schädigungen treten bei einem extremen Alkoholentzug auf. Die Wissenschaftler berichten, dass es dann in den ersten Tagen sogar zu epileptischen Anfällen der Patienten kommen könne. Gleichzeitig machen sie aber auch denen Mut, die ihren Alkoholkonsum reduzieren oder mit dem Trinken ganz aufhören wollen. Einige Zeit nach Einstellung des Alkoholkonsums würden sich die erhöhten Homocystein-Werte wieder normalisieren.
Quelle: dpa
