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11.01.2008

Rosskastanie Arzneimittelpflanze des Jahres 2008

Der Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" an der Universität Würzburg hat die Rosskastanie zur Arzneimittelpflanze des Jahres 2008 gewählt. Die für Arzneimittel genutzten Wirkstoffe der Rosskastanie werden aus ihrem Samen und der Rinde gewonnen.

Aescin-Extrakte aus dem Samen der Pflanze helfen gegen Beschwerden bei chronischen Venenleiden. Sie lindern Schweregefühl, Schmerzen, Schwellungen und Juckreiz in den Beinen und wirken nächtlichen Wadenkrämpfen entgegen. Von diesen Beschwerden sind laut Studienkreis rund 6 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. "Aescin ist in seiner Wirkung gut untersucht, es dichtet die geschädigten Blutgefäßwände ab, so dass weniger Flüssigkeit aus den Venen ins Gewebe übertritt", so die Experten des Studienkreises. Auf diese Weise kann die Ansammlung von Wasser in den Beinen verringert werden.

Die in der Rinde der Rosskastanie enthaltenen Gerbstoffe haben sich bei Durchfall und hämorrhoidalen Beschwerden wie Nässen und Juckreiz bewährt. Zudem werden Substanzen der Rinde in Sonnenschutzcremes eingearbeitet.

Ursprünglich wuchs die Rosskastanie in ganz Europa. Durch die Klimaveränderungen der letzten Eiszeit konnte sie nur noch in den Mittelgebirgen Griechenlands, Mazedoniens und Albaniens überleben. Erst vor rund 450 Jahren verbreitete sich die Rosskastanie wieder in Westeuropa.

Quelle: AP

Stand: August 2010

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