Gesundheits-Tipps
08.06.2006
Sonnenentwöhnte Haut auch vor Frühlingssonne schützen
Bei den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühjahr sollte man sich nicht ungeschützt mehrere Stunden lang in der Sonne aufhalten. "Die Haut ist sonnenentwöhnt und hat nur einen geringen Eigenschutz", erklärt Prof. Eggert Stockfleth vom Haut Tumor Centrum der Charitè in Berlin. "Sie darf der UV-Strahlung deshalb nicht zu lange ausgesetzt werden." Der Experte weist darauf hin, dass sich bei intensiver Sonnenbestrahlung der Haut das Risiko erhöht, später an hellem Hautkrebs zu erkranken. Insbesondere hellhäutige Menschen seien gefährdet. Die Hautärzte der Charité empfehlen deshalb: Wer sich über Stunden oder sogar den ganzen Tag in der Sonne aufhält, sollte auf schützende Kleidung achten. Dazu gehören langärmelige Hemden, lange Hosen, Sonnenhut und Sonnenbrille. Für nicht bedeckte Haut sollte eine Sonnenschutzcreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor verwendet werden. Ein guter Schutz ist allerdings nur gewährleistet, wenn sie mehrmals am Tag auf die Haut aufgetragen wird - auch wenn der Himmel bewölkt ist. In der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Sonne am intensivsten scheint, ist es aus Sicht der Hautärzte ratsam, im Schatten zu bleiben.
Nach Angaben der Charité erkranken in Deutschland immer mehr Menschen an Hautkrebs. Bei hellem Hautkrebs rechnet Prof. Stockfleth in diesem Jahr mit mehr als 200.000 neuen Fällen. Damit hat sich die Zahl der Erkrankungen bei diesem Hautkrebs in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt. Besonders der ultraviolette Anteil der Sonnenstrahlen ist gefährlich. Diese Strahlen schädigen das Erbgut der oberen Hautzellen und schwächen das Immunsystem in der Haut. "Die Haut vergisst nichts", warnt der Mediziner. Deshalb kann Hautkrebs auch noch Jahre oder Jahrzehnte nach intensiver Sonneneinstrahlung entstehen.
Bei hellem Hautkrebs bilden sich auf der Haut dünne verfärbte Stellen. Wird der Tumor nicht behandelt kommt es in dem betroffenen Hautareal zu schweren Gewebeschäden. Durch eine Operation kann der helle Hautkrebs entfernt werden. Dabei muss der Operateur oft tief in die Haut schneiden. Ärzten zufolge ist die Behandlung schmerzhaft und hinterlässt Narben.
Quelle: dpa