Gesundheits-Tipps
04.05.2006
Viele Interessen halten das Gehirn fit
Wer viele Interessen hat und wissbegierig ist, hält sein Gehirn fit. "Es ist viel wichtiger, sich im Alltag für möglichst viele Dinge zu interessieren, als einmal in der Woche Gedächtnisübungen zu machen", empfiehlt Prof. Klaus Hager von der Klink für Medizinische Rehabilitation und Geriatrie der Henriettenstiftung in Hannover. Neben Hobbys und ehrenamtlichen Tätigkeiten wirke sich auch Sport positiv auf das Gehirn aus, so der Experte. Bei Personen, die sich mit vielen unterschiedlichen Dingen beschäftigen, sinkt sogar das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.
"Tatsache ist, dass jeder Mensch eine andere Gedächtnisstruktur mit eigenem Schwerpunkt wie beispielsweise logisches Denken oder räumliches Vorstellungsvermögen hat", erklärt Prof. Hager. Deshalb sind Leistungsunterschiede und Schwächen bei bestimmten Gedächtnisleistungen auch normal. Jemand, der keine Gedichte auswendig lernen kann, muss nicht befürchten, an Alzheimer erkrankt zu sein. Nach Angaben des Forscher können die verschiedenen Kategorien des Gedächtnisses trainiert werden. "Dazu muss man aber in der Regel einen Therapeuten aufsuchen." Leichter ist es, ein kleines Defizit zu akzeptieren, dafür aber seinen Interessen nachzugehen und im Alltag aktiv zu bleiben. "Es muss ja Spaß machen, sonst ist die Motivation schnell weg, zum Beispiel bei sturem Kopfrechnen," so Prof. Hager. Auch Kreuzworträtsel seien nicht geeignet, die Gedächtnisleistung zu trainieren. Dabei gehe es in erster Linie um den Wortschatz und der sei bei einem nachlassenden Gedächtnis meist nicht betroffen und bis ins hohe Alter sehr konstant.
In der Regel benötigen Menschen ab 50 Jahre mehr Zeit, um auf die im Gehirn gespeicherten Informationen zuzugreifen. "Mit der Schnelligkeit nehmen auch Abstraktionsvermögen und Assoziationsfähigkeit ab", erläutert der Mediziner. Ein schlechtes Gedächtnis kann aber nicht nur bei älteren Menschen auftreten. "Schon bei Jugendlichen können bestimmte Gedächtniskategorien verkümmern". Deshalb sollten auch junge Menschen möglichst viele Interessen haben.
Quelle: dpa
